MAX KADE Auswahlprozess

Einreichung

Anträge können bis 2. Mai (Ende der Einreichfrist) bei der Abteilung für Stipendien und Preise der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eingereicht werden. Nach dem Eingang eines Antrags wird dieser auf Vollständigkeit und das Vorhandensein formaler Mängel geprüft und mit einer Projektnummer (A-Zahl) in der Datenbank der Abteilung Stipendien und Preise erfasst.

Die AntragstellerInnen erhalten nach Abschluss der Vollständigkeitsprüfung eine Bestätigung per E-Mail.

Die Anträge werden in Abstimmung mit dem/der Vorsitzenden bzw. dem/der stellvertretenden Vorsitzenden des Vergabekomitees einer Referentin oder einem Referenten – das sind wissenschaftliche Mitglieder des Vergabekomitees – zugeordnet. Bei der Zuteilung spielt das Forschungsgebiet eine entscheidende Rolle, es wird jedoch auch streng auf mögliche Befangenheitsgründe geachtet. 

Vorauswahl

In der Auswahlsitzung, die im Juli stattfindet, entscheidet das Vergabekomitee, welche Anträge extern begutachtet werden. Gelangt das Gremium zur Ansicht, dass ein Antrag nicht den Kriterien des jeweiligen Förderprogramms entspricht, wird dieser abgelehnt.

Nach der Auswahlsitzung erhalten die AntragstellerInnen eine schriftliche Begründung für die Ablehnung des Antrags bzw. die Information, dass der Antrag international begutachtet wird.

Für die Anträge, die extern begutachtet werden, schlagen die ReferentInnen geeignet erscheinende GutachterInnen vor, die im Ausland tätig sind. Bei der Auswahl wird streng auf Befangenheitsgründe bzw. mögliche Interessenskonflikte geachtet.

Es gibt keinen fixen Pool an GutachterInnen; für jeden Antrag werden ExpertInnen gesucht, die die Beurteilung aufgrund ihrer eigenen wissenschaftlichen Erfahrung bzw. Forschungstätigkeit entsprechend den internationalen Standards im jeweiligen Fachgebiet beurteilen können. Diese GutachterInnen sind ehrenamtlich tätig, d.h. sie erhalten für diese Tätigkeit keine finanzielle Entschädigung.

AntragstellerInnen haben das Recht (z.B. aus Konkurrenzgründen oder wegen eines Schulenstreits), bis zu drei WissenschaftlerInnen vom Begutachtungsverfahren auszuschließen. 

Begutachtungsverfahren

Für jeden Antrag im Rahmen des Programms MAX KADE wird ein Gutachten eingeholt. Bei interdisziplinären Anträgen, die mehrere Forschungsgebiete umfassen, kann die Anzahl erhöht werden.

Ein Gutachten besteht aus einer schriftlichen Stellungnahme – diese wird an die AntragstellerInnen übermittelt – sowie aus der formalen Bewertung der wissenschaftlichen Qualifikation des Antragstellers/der Antragstellerin und von Teilaspekten des Forschungsprojekts auf einer Skala von 1-10 (1-2 = unzureichend, 9-10 = hervorragend): 

  • Wissenschaftliche Qualifikation des (der) Antragstellers(in) und Befähigung zur Durchführung des Projekts
  •  Originalität des Forschungsprojekts
  •  Relevanz des Projekts im Fachbereich
  •  Klarheit der Forschungsfragen (Hypothesen)
  •  Angemessenheit der Methodik (inkl. Arbeits- und Zeitplan)
  •  Durchführbarkeit des Projekts (Institutsausstattung, wissenschaftliches Umfeld) 

Schließlich werden die GutachterInnen gebeten, eine zusammenfassende Empfehlung abzugeben, ob der Antrag uneingeschränkt förderungswürdig sei, nach Überarbeitung wieder eingereicht werden oder abgelehnt werden solle. 

Falls die schriftliche Stellungnahme nicht aussagekräftig ist, wird ein weiteres Gutachten eingeholt. Die GutachterInnen werden gebeten, mögliche Befangenheitsgründe bekannt zu geben. Wenn eine Befangenheit im Nachhinein festgestellt wird, wird das Gutachten nicht gewertet. 

Vergabe der Stipendien

Die Entscheidung über die Auswahl der StipendiatInnen erfolgt in der Vergabesitzung, die im September/Oktober stattfindet.

Die ReferentInnen erstellen auf Basis der Gutachten eine Reihung der ihnen zugeordneten Anträge und präsentieren diese dem Komitee. Die Anträge werden im Vergleich behandelt; dabei werden die Gutachten, aber auch andere Kriterien – wie Studienverlauf und -dauer, Publikationsleistung, Mobilität – eingehend diskutiert.

Die Entscheidung über die Vergabe der Stipendien wird vom gesamten Komitee getroffen.

Werden Anträge von Personen behandelt, zu denen einzelne ReferentInnen ein berufliches oder privates Naheverhältnis haben, verlassen diese die Sitzung und nehmen an den entsprechenden Beratungen nicht teil.

Nach der Vergabesitzung werden die schriftlichen Stellungnahmen der GutachterInnen in anonymisierter Form an die AntragstellerInnen weitergeleitet.

Ablehnungsbegründungen, insbesondere wenn die Ablehnung trotz positiver Beurteilung aufgrund der budgetären Situation erfolgt, werden vom Komitee formuliert und den AntragstellerInnen mitgeteilt. 

Wiedereinreichungen

Bei der Wiedereinreichung eines überarbeiteten Antrags wird bei MAX KADE zumindest eine/r der vorherigen GutachterInnen nochmals um eine Beurteilung gebeten, jedenfalls aber auch mindestens ein neues Gutachten eingeholt.

Voraussetzung für die Wiedereinreichung ist die Kennzeichnung des Antrags als Zweitbewerbung und ein Begleitschreiben, in welchem die Projektfortschritte seit der Ersteinreichung und die Änderungen, die auf Basis der Kritik oder der Anregungen im Gutachten vorgenommen wurden, dargelegt werden.