DOC-Auswahlprozess

Einreichung

Anträge können bei der Abteilung für Stipendien und Preise der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eingereicht werden. Nach dem Eingang eines Antrags wird dieser auf Vollständigkeit und das Vorhandensein formaler Mängel geprüft und mit einer Projektnummer (A-Zahl) in der Datenbank der Abteilung Stipendien und Preise erfasst.

Antragstellende erhalten nach Abschluss der Vollständigkeitsprüfung eine Bestätigung per E-Mail.

Jeder Antrag wird einem wissenschaftlichen Mitglied des Vergabekomitees zugeordnet. Bei der Zuteilung spielt das Forschungsgebiet eine entscheidende Rolle, es wird jedoch auch streng auf mögliche Befangenheitsgründe geachtet.

Vorauswahl

In der Auswahlsitzung entscheidet das Vergabekomitee, welche Anträge extern begutachtet werden. Gelangt das Gremium zur Ansicht, dass ein Antrag nicht den Kriterien des jeweiligen Förderprogramms entspricht, wird dieser abgelehnt.

Nach der Auswahlsitzung erhalten die Antragstellenden eine schriftliche Begründung für die Ablehnung des Antrags bzw. die Information, dass der Antrag international begutachtet wird.

Für die Anträge, die extern begutachtet werden, schlagen die wissenschaftlichen Komiteemitglieder geeignet erscheinende Gutachter/innen vor, die im Ausland tätig sind. Bei der Auswahl wird streng auf Befangenheitsgründe bzw. mögliche Interessenskonflikte geachtet.

Es gibt keinen fixen Pool an Gutachter/innen; für jeden Antrag werden Expert/innen gesucht, die die Beurteilung aufgrund ihrer eigenen wissenschaftlichen Erfahrung bzw. Forschungstätigkeit entsprechend den internationalen Standards im jeweiligen Fachgebiet beurteilen können. Diese Gutachter/innen sind ehrenamtlich tätig, d.h. sie erhalten für diese Tätigkeit keine finanzielle Entschädigung.

Antragstellende haben das Recht (z.B. aus Konkurrenzgründen oder wegen eines Schulenstreits), bis zu drei Wissenschaftler/innen vom Begutachtungsverfahren auszuschließen.

Begutachtungsverfahren

Für jeden Antrag im Rahmen des Programms DOC werden zwei Gutachten eingeholt. Bei interdisziplinären Anträgen, die mehrere Forschungsgebiete umfassen, kann die Anzahl erhöht werden.

Ein Gutachten besteht aus einer schriftlichen Stellungnahme – diese wird an die Antragstellenden übermittelt – sowie aus der formalen Bewertung der wissenschaftlichen Qualifikation des Antragstellers/der Antragstellerin und von Teilaspekten des Forschungsprojekts auf einer Skala von 1-10 (1-2 = unzureichend, 9-10 = hervorragend):

  1. Wissenschaftliche Qualifikation des (der) Antragstellers(in) und Befähigung zur Durchführung des Projekts
  2. Originalität des Forschungsprojekts
  3. Relevanz des Projekts im Fachbereich
  4. Klarheit der Forschungsfragen (Hypothesen)
  5. Angemessenheit der Methodik (inkl. Arbeits- und Zeitplan)
  6. Durchführbarkeit des Projekts (Institutsausstattung, wissenschaftliches Umfeld)

Schließlich werden die Gutachter/innen gebeten, eine zusammenfassende Empfehlung abzugeben, ob der Antrag uneingeschränkt förderungswürdig sei, nach Überarbeitung wieder eingereicht werden oder abgelehnt werden solle.

Falls die schriftliche Stellungnahme nicht aussagekräftig ist, wird ein weiteres Gutachten eingeholt. Die GutachterInnen werden gebeten, mögliche Befangenheitsgründe bekannt zu geben. Wenn eine Befangenheit im Nachhinein festgestellt wird, wird das Gutachten nicht gewertet.

Vergabe der Stipendien

Die Entscheidung über die Auswahl der StipendiatInnen erfolgt in der Vergabesitzung.

Die ReferentInnen erstellen auf Basis der Gutachten eine Reihung der ihnen zugeordneten Anträge und präsentieren diese dem Komitee. Die Anträge werden im Vergleich behandelt; dabei werden die Gutachten, aber auch andere Kriterien – wie Studienverlauf und -dauer, Publikationsleistung, Mobilität – eingehend diskutiert.

Die Entscheidung über die Vergabe der Stipendien wird vom gesamten Komitee getroffen.

Werden Anträge von Personen behandelt, zu denen einzelne Komiteemitglieder ein berufliches oder privates Naheverhältnis haben, verlassen diese die Sitzung und nehmen an den entsprechenden Beratungen nicht teil.

Nach der Vergabesitzung werden die schriftlichen Stellungnahmen der GutachterInnen in anonymisierter Form an die Antragstellenden weitergeleitet.

Ablehnungsbegründungen, insbesondere wenn die Ablehnung trotz positiver Beurteilung aufgrund der budgetären Situation erfolgt, werden vom Komitee formuliert und den AntragstellerInnen mitgeteilt.

Wiedereinreichungen

Bei der Wiedereinreichung eines überarbeiteten Antrags wird bei DOC zumindest eine/r der vorherigen GutachterInnen nochmals um eine Beurteilung gebeten, jedenfalls aber auch mindestens ein neues Gutachten eingeholt.

Voraussetzung für die Wiedereinreichung ist die Kennzeichnung des Antrags als Zweitbewerbung und ein Begleitschreiben, in welchem die Projektfortschritte seit der Ersteinreichung und die Änderungen, die auf Basis der Kritik oder der Anregungen im Gutachten vorgenommen wurden, dargelegt werden.